Teil 7 Südafrika und der Griff nach Indien
Im Jahre 1568 starb Martino II, gebeugt von seinem unberrechtigen Schicksal als Exkommunizierter. Martino III wurde gekrönt.
Eine seiner ersten Amtshandlungen war es Statutes of Restrains in Appeals zu erlassen, was seine Beziehungen zum Papst nicht gerade verbesserte. In der Folge setzte Martino die expansionistische Kolonialpolitik seines Vorgängers in Mittelamerika fort. Technologien wurden erforscht und weiter verbessert und die Innenpolitik neue ausgerichtet. Im Jahr 1572 wurden die Rechte der freien Untertanen gestärkt. Die wichtigste technische Neuentwicklung war die Chambered Demi Cannon (Heerestechnologie 21, 1572) und die Einrichtung von Marktplätzen in den Provinzen (Handelstechnologie 21, 1574). Die Einrichtung einer ausgeweiteten Bürokratie wurde 1574 beschlossen (Neue Idee, Regierungstechnologie 22). Galeassen wurden im Jahr 1577 verfügbar, setzten sich aber in der sizilischen Marine, die Segelschiffe für den Schutz der Kolonien und für die Erforschung der Welt bevorzugte, nicht durch.
1580 beschloß der König neben dem Kolonialreich in Süd- und Mittelamerika seinen Einfluß in Afrika zu erweitern. Eine Expedition nahm Besitz von Little Karoo an der Südspitze Afrikas. Ein Entdecker begann, in die Tiefen des Indischen Ozeans vorzudringen. Die Untätigkeit des Königs in Europa verursachte den Verlust der Ansprüche auf Kärnten und Kroatien, zum Ausgleich wurde die Kultur der Al Misr Araber, und im folgenden Jahr die der Umbrier akzeptiert.
Eine neue britische Kolonie am Kap der guten Hoffnung befand sich im Anspruchsraum der sizilischen Krone. Agenten des König wiegelten daraufhin die Eingeborenen so lange auf, bis die Briten vertreiben waren. Natürlich nahm eine sizilische Expedition die verlassenen Gebiete in Besitz. Bis zum nächsten größeren Ereignis in der sizilischen Geschichte wurden die Kolonien in Südamerika weiter ausgebaut, Galleonen entwickelt (Marinetechnologie 22, 1586) und eine neue Kavallerietaktik eingeführt (Heerestechnologie 22, 1591). Martino besiegelte Staatsehen mit Österreich und Kastilien und erweiterte die Rechte der freien Untertanen. Der erste Hafen an der Pazifikküste wurde durch die Kolonialisierung Panamas im Jahr 1589 erbaut, auch wenn der Seeweg dahin noch nicht erforscht war.
Im Jahr 1592 erklärte Sizilien Dekkan den Krieg. Das indische Reich hatte weite und reiche Gebiete in Ostafrika erobert und die dortigen Goldminen den Neid Martinos erregt. Die sizilische Flotte versenkte Dekkans Schiffe im ersten Aufeinandertreffen indischer und europäischer Flotten und sizilische Truppen eroberten Gebiet auf Gebiet in afrika und fielen schließlich in Indien ein.
Im Jahr 1594 stimmte Dekkan dann einem Friedensschluß zu und gab Gebiete in Afrika und die Provinz Malabar an der Südspitze Indiens an Sizilien.
Im Jahr des Friedensschlusses kündigte Aragon die Allianz mit Sizilien auf. Sizilien, jetzt in Besitz eines Hafens in Osten, richtete eine Ostindische Handelsgesellschaft ein.
Die sizilische Präsenz im indischen Ozean wurde durch Kolonialisierung einiger Inseln im Indischen Ozean verstärkt.
Im Jahre 1598 wurde die Qualität des Militärs maximiert, lieber eine kleine, feine Armee als eine große und uneffektive. 1599 wurde der König auf Anraten des britischen Königs exkommuniziert, der das Kardinalskollegium beeinflußte, um seine Interessen durchzusetzen.
Trotz dieser Widrigkeiten wurde im Jahr 1600 eine weitere Expedition unter Führung eines Entdeckers entsandt, um Südamerika zu umsegeln. Dieses Ziel wurde 1603 erreicht, die Erfahrung führten dazu, daß ein experimenteller leichter Schiffstyp, die frühe Fregatte, entwickelt wurde (Flottentechnologie 23, 1604). Da die amerikanische Westküste noch nicht von kolonialen Expeditionen erreicht werden konnte und Afrika wenig Gewinn versprach, wurden weitere Inseln in der Karibik besiedelt und Mittelamerika kolonialisiert.
Im Jahr 1608 starb Martino und Federigo VI wurde in Palermo gekrönt.
Gierend nach Kriegsruhm griff der neue König zwei Jahre nach seiner Krönung Dekkan an. Der englische König bewirkte erneut eine Exkommunizierung des sizilischen Monarchen, eine Ereignis auf das hin Polen seine Allianz mit Sizilien aufkündigte.
Noch in den Kriegsjahren wurde die Errichtung von Zollhäusern in den Provinzen möglich (Regierungstechnologie 24). Im Friedensschluß von 1614 erhielt Sizilien 850 Dukaten und weitere Gebiete in Afrika und Südindien.
Persien hatte eine kleine Kolonie südlich der sizilischen Gebiete in Afrika errichtet, die in einem kurzen Krieg 1616 von Sizilien annektiert und der sizilischen Kultur zugeführt wurde.
Während die Eroberung der Neuen Welt weiter voranging, war Europa weitgehend stabil. Frankreich dominierte neben seinen Kerngebieten den Westen des Deutschen Reiches, dessen Norden in dänischer Hand war. Zentraleuropa wurde von Polen beherrscht. Die wenigen italienischen Gebiete, die noch nicht unter sizilischer Kontrollen waren, sahen sich von Österreich, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation beschützt. Obwohl Sizilien und die Habsburger ein gutes Verhältnis hatten, war die österreich’sche Provinz von Ancona ein Stachel in der Ferse Siziliens, allerdings ein Stachel bewehrt mit zehntausenden Soldaten, die sich in den habsburgischen Landen aufhielten, während Siziliens Truppen über Italien, Afrika, im Heiligen Land, Indien und in der neuen Welt verstreut waren.
Sizilien hatte sich lange auf den Erwerb von Kolonien konzentriert, aber jetzt suchte es eine Gelegenheit, ganz Italien unter seiner Herrschaft zu vereinen. Die Aufstellung neuer Truppen, die im großen Umfang 1619 begonnen hatte, wurde unterstützt durch die zeitweilige Übernahme der Macht durch den Generalstab, als der König wieder einmal der geistigen Instabilität, die in seiner Familie erblich war, zum Opfer fiel.
Zwei Jahre später war die Gesundheit des Monarchen wieder hergestellt. Österreich war inzwischen im Krieg mit Polen, und die Gelegenheit war günstig.
Martino erklärte Mailand den Krieg, einerseits, um eine Verbindung zum Vasallen Savoyen herstellen zu können, andererseits in der Erwartung, daß der Kaiser dem Mitgliedsstaat zu Hilfe eilen werde. In einer schnellen Kampagne eroberten Siziliens Soldaten Mailand, das 1622 annektiert wurde, und drangen immer weiter in kaiserliche Gebiete vor.
Kriegsgerüchte hatten allerdings den Mittleren Osten erreicht, von dort Indien, sodaß Hedjaz mit einer islamischen Allianz in sizilische Gebiete einfiel. Auch Deccan versuchte, verlorene Gebiete wiederzuerlangen.
Im Jahr 1623 gab der Kaiser den Krieg verloren und trat Ancona und Trent an den Sieger ab.
In Arabien, Afrika und Indien ging der Krieg schleppender voran, da Siziliens Truppen an allen Fronten zahlenmäßig unterlegen waren. Dennoch gab Hedjaz Mekka, die Heilige Stadt des Islam, an Sizilien ab.
Eine weitere muslimische Allianz erklärte 1624 unter jemenitischer Führung den Krieg, gefolgt vom Angriff der ottomanischen Türken. Türkische Flotten waren den sizilischen im Mittelmeer leicht überlegen und unterbanden Truppentransporte aus Italien nach Ägypten. Der sizilische Generalsstab gab dem Kampf gegen die Türken die Priorität und stimmte Friedensschlüssen unter Beibehaltung des Status quo mit Yemen und Deccan zu. Nach Aufrüstung der Flotte und unter Hilfe der portugiesischen Verbündeten gelang es Sizilien, im Heiligen Land den Ansturm der Türken zu stoppen und im osmanischen Griechenland einzufallen.
Die Erfahrung dieses Krieges war der große Beitrag von Unteroffizieren zur Kampfkraft, und verdiente Unteroffiziere sollten von nun an Offizierspatente als Belohnung besonderer Verdienste erhalten können (Regierungstechnologie 25, Nationale Idee: Battlefield commissions)
Im Jahr 1627 gab das Ottomanische Reich Corfu und eine kleine Kompensationszahlung an Sizilien im Austausch für Frienden, nachdem Marokko mitsamt einer kleinen Allianz in den Krieg gegen Sizilien eingetreten war. Die Bestrafung für diesen Akt war die Abgabe Libyens an Sizilien sowie die Zahlung von 200 Dukaten.
Eine kurze Zeit des Friedens kehrte ein, in der das Statute of Monopolies erlassen wurde, um Handel und Wandel zu stärken (1630). Indiskretionen eines Mitglieds der königlichen Familie machte den Hof anfälliger für Spionage.
Die Jagd nach Gold in der Neuen Welt führte kurze Zeit später zum nächsten sizilischen Krieg. Eine kleine Armee fiel vonNorden her in das Reich der Chimu, der einzigen großen Nation der Eingeborenen in Südamerika, ein und zerschlug deren Armeen. Die Wilden gaben im Frieden 1636 alle ihre Küstenprovinzen mit Ausnahme ihrer Hauptstadt an Sizilien ab und viel Gold floß nach Palermo
In diesen Jahren wurde die Heeresstruktur vollkommen umgestellt, weil bessere Festungen (LT 25, 1631), Lederkanonen, (LT 26, 1634), Galoppkavallerie (LT 27, 1636) und Gustavianische Musketiere (LT 28, 1639) verfügbar wurden. Kauffahrer (FT 25, 1639) versprachen schnelleren Truppentransport nach Übersee.
Der erste Hafen mit Schiffsbaukapazität im Pazifik war im Jahr 1639 Panama, als diese Provinz zum sizilischem Kerngebiet wurde. Von hier aus wurden Kolonien an der Westküste Nordamerikas gegründet, die sich im Verlauf der nächsten Jahre mehr und mehr ausdehnen sollten. Weiter gestärkt wurde Panama durch die Einrichtung eines Handelszentrums, das die Produkte sizilischer Provinzen in der Karibik, Mittel und Südamerika sammeln und vertreiben sollte. Handelstechnologie hatte inzwischen die Stufe 25 erreicht und sizilische Händler dominierten die sizilisch geprägten Zentren in Europa (Trent, Ancona, Venezia), in Afrika (Alexandria) und Amerika (Panama) und waren stark vertreten in weiteren reichen europäischen Zentren.
Nahezu zeitgleich mit Panama wurde Malabar an der Südküste Indiens sizilisches Kerngebiet, und von hier wurde in den neuen Kriegsgalleonen (NT 26, 1643) und Fregatten (NT 27, 1645) ausgeschickt, um die Küste Chinas und die Indonesische Inselwelt zu erkunden.
Im Jahr 1645 sah Federigo schließlich ein, daß ein Reich, in dem die Sonne nicht untergeht, das sich über 4 Erdteile erstreckt, von einem Feudalherren nicht regiert werden konnte. Er entmachtete seine Vasallen und erklärte sich zum Absoluten Souverän. Dies war seine letzte Amtshandlung, ein Mann von minderen Begabungen aber großen Visionen herrschte er von 1588 bis 1646. Sein Enkel, Pietro VII, übernahm den Thron, und war besser auf die Aufgabe vorbereitet, als die meisten seiner Vorgänger.