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Basileios I

General
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Mar 2, 2005
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Ich hab noch nie einen AAR geschrieben. Also lasst Milde walten in euren Urteilen ...

Und warum eigentlich nicht auf Deutsch? Bringt vielleicht etwas Leben in dieses Forum (oder auch nicht). ;)

Egal, hier ist der erste Teil, die Regentschaft des Kaisers Manuel II. Palaiologos!
 

Basileios I

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Die Rückkehr der Römer - Ein Chronologie der zweiten byzantinischen Renaissance:

I. Die Regentschaft von Kaiser Manuel II. Palaiologos:

Manuel_II_Paleologus.jpg


Kaiser Manuel II. hatte es wahrlich nicht leicht. Im Februrar 1391 übernahm er die Regierungsgeschäfte des bis auf Konstantinopel, Thessalonike und den Peloponnes reduzierten oströmischen Kaiserreichs. Zu diesem Zeitpunkt war Byzanz nicht mehr als ein Vasallenstaat der Osmanen. Manuel war gezwungen, den Türken persönlich Heerfolge zu leisten. Diese besondere Art der Demütigung nicht mehr aushaltend, widersetzte er sich im Sommer 1392 den Aufforderungen von Sultan Bayezid I., der daraufhin wutentbrannt gegen Konstantinopel marschierte und die Stadt belagerte. Ein Kreuzzug gegen die Türken unter ungarisch-französischer Führung zur Entlastung von Byzanz wurde von den Türken bei Nikopol blutig zurückgeschlagen. Manuel brach 1399 zu einer Europarreise auf, um im Westen Unterstützung für Ostrom zu gewinnen. Er wurde freundlich empfangen und aufgrund seines kultivierten Auftretens und hohen Bildungsniveaus bevorzugt behandelt, jedoch waren die westlichen Staaten nicht gewillt, ihm militärische Unterstützung zu leisten. Das Reich war also auf sich selbst gestellt.
Unerwartet brach 1402 der Mongolensturm des Timur Lenk über die Türken herein. Die Türken wurden vernichtend geschlagen, Bayezid I. geriet in mongolische Gefangenschaft und starb ein Jahr später, was das Osmanische Reich in eine tiefe Krise stürzte. Manuel nutzte die Chance, die sich ihm darbot, Byzanz vor dem drohenden Untergang zu retten. In den Wirren des Osmanischen Bürgerkriegs stellte er die byzantinische Oberhoheit über Teile der bulgarischen Schwarzmeerküste und das in der Zwischenzeit von den Türken eroberte Thessalonike wieder her.
1413 bestieg der im Bürgerkrieg erfolgreiche Sultan Mehmed I. den Thron in Adrianopel. Er war ein Freund Manuels und während seiner Regentschaft hatte Ostrom nichts von den Türken zu befürchten. Manuel erkannte jedoch, das er unbedingt die strategische Situation seines Reiches stärken musste, da Mehmed nicht ewig in Adrianopel regieren würde.



Über die Jahre reifte ein Plan im Kopf des klugen Kaisers. Die Situation war relativ stabil, und in der Staatskasse fand sich eine - wenn auch bescheidene - Goldreserve. Manuel verwendete diese, um Truppen anzuwerben. Es strapazierte die Staatskasse bis auf das äußerste, aber im Januar 1419 waren 11.000 unter Oströmischer Flagge versammelt. Ein Großteil des Heeres bestand aus Einwohnern des Hinterlands von Konstantinopel, welches sich bis etwa zwei Tagesritte entfernt von der Stadtmauer unter kaiserliche Kontrolle befand. Die Rekrutierung bedeutete einen schweren Aderlass für die Region und die Stadt, aber Manuel hoffte, das sich dies nicht allzu ferner Zukunft bezahlt machen würde. Der Rest der Soldaten waren Söldner aus den Bergen Albaniens sowie eine kleine Kompanie Italiener aus Galata, bewaffnet mit Musketen. Ziel des Feldzugs waren die türkischen Ghazi-Fürstentümer Westanatoliens, von denen er so viele wie möglich unter byzantinische Herrschaft zu bringen gedachte.

Byzanz_1419.png

Der erste Türkenfeldzug

Anfang April 1419 setzte das Heer über die Dardanellen und marschierte nach Süden. Erstes Opfer des oströmischen Vorstoßes wurde das türkische Fürstentum Karasi, dessen Eroberung zum Ende des Monats abgeschlossen war. Manuel setzte den Marsch fort. Vor Phokaia (Foca) traf die Invasionsarmee auf ein Heer des Emir von Smyrna (Izmir), das aber geschlagen werden konnte und sich in Richtung Antalya zurückzog.
Im Mai erreichte Manuels Armee Smyrna selbst und schnitt die Stadt von der Außenwelt ab, mit dem Ziel, sie auszuhungern. Die Stadt fiel nach rund fünf Monaten. Unter dem Jubel der griechischen Bevölkerung zog der Kaiser in die wiedergewonnene Stadt ein. Einen Monat später setzte Manuel seien Feldzug Richtung Süden fort und schlug ein weiteres türkisches Heer unweit von Attaleia. Am 25. Dezember ordnete er auch die Belagerung dieser Stadt an. Sie war jedoch sehr gut befestigt und konnte vom Meer aus einfach versorgt werden. Eine Eroberung schien unwahrscheinlich. Nach einem halben Jahr wurde die Belagerung erfolglos abgebrochen.

Das Heer zog sich nach Smyrna zurück und im Monat darauf Manuel schloss Frieden mit dem Emir von Antalya. Der Vertrag bestätigte den Besitz Smyrnas und des nördlichen Teils der kleinasiatischen Küste durch Byzanz und die Herrschaft des Emirs von Antalya über Südwestanatolien.

Die Ländereien waren reich und brachten dem Reich dringend benötigte Einkünfte. In relativ kurzer Zeit wurde das Geld, welches der Feldzug verschlungen hatte, wieder eingenommen. Im Jahr darauf wurde ein Logothetes nach Smyrna entsand und ein effizienter Verwaltungsapparat aufgebaut.



Im Frühjahr 1421 erreichten schlechte Nachrichten aus dem Osmanischen Reich Konstantinopel. Mehmed I. war gestorben und sein hitzköpfiger, aber auch sehr fähiger Sohn Murad II. wurde Sultan. Das Osmanische Reich wurde langsam wieder zu einer großen Gefahr für den Bestand des oströmischen Imperiums. Die strategische Position der Byzantiner war gestärkt, jedoch fühlte sich Manuel nicht bereit für einen Krieg mit den Osmanen und versuchte Murad II. mit allen Mitteln zu wohlgesonnen zu stimmen. Er ging sogar soweit, die Exekution von Murads Onkel und Rivalen Mustafa anzuordnen, welcher in byzantinischer Gefangenschaft auf der Insel Lesbos lebte. Dies veranlasste den Sultan aber nicht, seine Ambitionen bezüglich der Stadt Konstantinopel aufzugeben. Es gab anscheinend keinen anderen Ausweg als Krieg. Manuel II. beschloss, die Initiative zu ergreifen. Es sollte sein größter politischer Erfolg werden, ein Husarenstück, dass das oströmische Reich aus den Klauen des nahenden Untergangs errettete und es wieder an den Kreislauf der Weltgeschichte anschloss. Im Dezember 1421 sah es jedoch schlecht aus. Nur langsam konnten neue Truppen ausgehoben werden. Der Zeitpunkt zum Angriff war noch nicht gekommen. Bald aber war es soweit: Im Frühsommer verlegte Murad einen großen Teil seines Heeres, rund 25.000 Mann, nach Kleinasien um die Streitkräfte an der Grenze zu den türkischen Emiraten Mentesche und Karaman zu verstärken. Der historische Moment war gekommen.
Im August lief die kleine byzantinische Flotte (hauptsächlich bestehend aus älteren genoesischen Galeeren) aus und blockierte die Meerengen für türkische Schiffe. Ein großer Teil des türkischen Heeres saß so in Kleinasien fest. Manuel schickte eine offizielle Kriegserklärung an den Hof den Sultans nach Bursa. Dieser fiel daraufhin plündernd und brandschatzend mit einem gewaltigen Heer in die byzantinischen Besitzungen in Kleinasien ein, deren Truppen jedoch von Manuel in weiser Vorraussicht bereits vorher nach Thrakien verlegt wurden.
Die europäischen Besitzungen des Osmanischen Reiches lagen dem oströmischen Vorstoß nun fast schutzlos offen. Nur die mit den Türken verbündeten Albaner stellten eine Gefahr dar, aber das relativ große Heer dieses bergigen Landes beschränkte sich auf eine eventuelle Verteidigung der Heimat.
Der Vorstoß begann mit zwei kleinen Armeen. Das Hauptheer wurde von Manuels Sohn Johannes angeführt und bestand mehrheitlich aus Kavallerie. An der Küste entlang stieß es nach Makedonien vor und befreite das eingekreiste Thessalonike. Ein kleineres Heer rückte unter dem Strategos Konstantinos über Adrianopel und Plodviv nach Sofia vor, dem Zentrum der osmanischen Provinz Bulgarien. Mit ungefähr 4000 Mann war es jedoch zu klein, um die Stadt erfolgreich zu belagern. Die Rolle dieser Armee war zu verhindern, dass sich die restlichen in Europa verstreuten osmanischen Truppen zu einem größeren Heer sammelten. In der Zeit von Kriegsbeginn bis Oktober 1422 wurden von diesem Heer osmanische Aushebungsversuche in Rumelien und der Dobrudscha unterbunden. Im Dezember 1422 kamen erst einmal schlechte Nachrichten aus Kleinasien nach Konstantinopel. Smyrna war in osmanische Hände gefallen, der Erfolg Manuels im Krieg mit den Ghazi schon zwei Jahre später zunichte gemacht. Wichtiger wahr jedoch dass das osmanische Reich in Europa volkommen gelähmt war. Im Mai 1423 wehte über ganz Makedonien die Flagge mit dem Doppeladler der Palaiologos-Dynastie. Danach vielen die restlichen Osmanischen Besitzungen in Europa wie Dominosteine. Im Februar 1424 ging man endlich auch in Kleinasien wieder in die Offensive. Zwar war das osmanische Heer dem byzantinischen immer noch klar überlegen, aber Konstantinos behielt dank seiner thrakischen Kavallerie und der ungebrochenen Moral seiner Truppen in den Ebenen vor Smyrna die Oberhand und zog im Oktober wieder in die Stadt ein. Das osmanische Reich war jetzt auf seine Kerngebiete in Kleinasien reduziert und Sultan Murad II. in arger Bedrängnis. Er hob ohne Unterlass weitere Truppen aus. Bis hier und nicht weiter schien die osmanische Devise zu sein. Die Übermacht der Türken betrug 4:1 und ein Angriff kam nicht in Frage. Irgendwann würden die Türken wieder in die Offensive gehen. Es wurde zu einem Spiel auf Zeit. Manuel versuchte in einem Verhandlungsfrieden die Übergabe der Schwarzmeer- und der makedonischen Küste an Ostrom zu erreichen, das Angebot wurde aber von Murad abgeschmettert.

Und so kam es, dass Manuel II. die Erfüllung seines größten politischen Schachzugs nicht mehr erleben sollte. Am 22. Juli 1425 starb der große Herrscher, wahrscheinlich an einer Herzerkrankung. Sein Sohn Johannes VIII. übernahm das Steuer des Staatsschiffs.
 
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Schön schön... auch Deinen noblen Versuch das dt. Forum zu beleben kann ich nur unterstützen.

Vielleicht könntest Du noch den ein oder anderen Screenshot dazu garnieren.
 

chefkoch

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Oct 3, 2007
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Dem mit dem Screenshot kann ich nur zustimmen. Ich bin immer ganz enttäuscht wenn die vermeintlichen After Action Reports halbe Romane sind die mit dem Spiel des Erzählenden nicht mehr viel zu tun haben. Ansonsten freu ich mich hier mal was auf deutsch zu lesen. Hab schon überlegt meinen AAR auf deutsch zu machen aber da würde den kaum ein Mensch lesen. ;)