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Aug 14, 2006
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Danke fuer die Rueckmeldungen.
Der AAR wird weitergehen, soblad ich wieder uneingescharenkten Internetzugang habe. In ca. 2 Wochen sollte das der Fall sein.

Weitere Kommentare durchaus willkommen, aber zur Zeit ist wahrscheinlich Victoria 2 bei vielen Prioritaet. ;)
 
Aug 14, 2006
770
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Wie man expandiert ohne Frankreich aufzuschrecken: Willem III 1675-1706

Eine schwere Last lag damit auf den Schultern des neuen Königs. Umgeben von wachsenden feindlichen Mächten und politisch weitgehend isoliert mußten die Niederlande einen Weg zum Überleben finden.

Netherlands1675.jpg


Der beste Weg erschien Willem III die Expansion nach Osten, ins Deutsche Reich, dessen Kaiser zu dieser Zeit der fast landlose Herrscher von Ansbach war.
Folgerichtig besetzten niederländische Truppen noch im gleichen Jahr Münster, das im Jahr 1676 in die Niederlande integriert wurden. Der ohnmächtige Kaiser konnte nur tatenlos zuschauen. Ein diplomatischer Schlag ins Gesicht war aber, daß weder Schottland noch Dänemark dem Ruf zu den Waffen folgte.

Die wankelmütigen Dänen ersuchten im Jahr 1677 ein erneutes Waffenbündnis mit Willem, das dieser nach reiflichem Nachdenken auch einging. Brandenburg wurde, nach einer Heirat zwischen den königlichen Familien im Jahr 1680 in das Bündnis aufgenommen, das aber bald wieder unter anderweitigen Bündnisverpflichtungen Brandenburgs zerbrach. Ein Krieg Dänemarks mit Schweden im Jahr 1681 verlief auch ohne größere Hilfe von Willems Truppen siegreich für Dänemark.

Eine neue Weltkarte, die vor allem auch die Gebietserweiterungen der Niederlande in den Kolonialgebieten Nordamerikas und des Fernen Ostens zeigen sollte, wurde anno domini 1684 vorgestellt.

Netherlandsmap1684.jpg


Die folgenden Jahre wurden im Geheimen Rat, der regelmäßig nicht in Amsterdam, dem eigentlichen Verwaltungszentrum, sondern im Jagdschloß des Königs in Den Haag tagte, über die strategische Lage und die Möglichkeiten diskutiert, die sich daraus ergaben. Die großen niederländischen Überseegebiete verlangten eine große Flotte, und die norddeutschen Küstengebiete, kürzlich vom erstarkenden Polen erobert, wären eine lohnenswerte Erweiterung gewesen. Polen war allerdings mit dem großen, ungeliebten und gefürchteten Nachbarn im Südwesten, Frankreich, verbündet, was dem niederländischen Generalstab zahlreiche schlaflose Nächte bescherte.

1686, ganze 10 Jahre nach der Einnahme Münsters, erfuhr Willem, daß Polen die Unabhängigkeit Magdeburgs garantiert hatte und hatte hiermit eine Möglichkeit gefunden, einen Krieg mit Polen ohne Eingreifen Frankreichs zu provozieren. Im gleichen Jahr sah sich Willem mit seinem Bündnispartner Dänemark in einem Konflikt mit Magdeburg und seinen Verbündeten Ansbach, Hessen, der Schweiz sowie Polen.
Schweden nutze im darauffolgenden Jahr die Abwesenheit dänisher Truppen im gemeinsamen Grenzgebiet und fiel in Dänemark ein, was aber im Großen und Ganzen nur einen Nebenkriegsschauplatz darstellte. Als erstes Land mußte Hessen sich geschlagen geben und zahlte eine ansehnliche Kriegsentschädigung in Gold. Magdeburg wurde 1688 Vasall, nahm die reformierte Religion der Niederlande an und zahlte einen Beitrag zu den weiteren Kriegskosten gegen Polen.

Netherlands1689.jpg


Polen wurde indessen durch interne Revolten und das Vordringen niederländischer Truppen in Einheit mit der Blockade der Ostseeküste durch Flottenaus Seeland und Holland so unter Druck gesetzt, daß es im Jahr des Herrn 1689 Bremen und Holstein an die Niederlande abgab und Pommern in die Unabhängigkeit entließ.

Netherlands1689b.jpg


Wenige Monate später, nach der Unabhängigkeitserklärung Braunschweigs, schien die polnische Macht in Norddeutschland weitgehen gebrochen. Willem III hatte einen Ausgleich für den Verlust Valenciennes gefunden und die Gefahr eines Zweifrontenkrieges verringert.

Netherlands1692.jpg


Der erfolgreiche Krieg gegen einen übermächtigen Gegner überzeugte die Schotten, ein erneutes Bündnis mit den Niederlanden zu schließen. Ab 1692 nahm die staatliche Förderung der Malerei, Bildhauerei, der Musik und anderen Künsten, finanziert von den Handelseinnahmen und Profiten aus den Kolonien, so stark zu, daß das Ansehen des Reiches ständig wuchs. Dieses gesteigerte Prestige überzeugte schließlich auch den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches dem König der Niederlande die Würde eines Kurfürsten zu verleihen.

Die darauffolgenden Jahre sahen Dispute über den Grenzverlauf zwischen englischen und niederländischen Besitzungen westlich der großen Seen in Nordamerika. 1696, nach Verstärkung der Kriegsflotte durch neue Schwere Fregatten, sah Willem sich stark genug, diese Streitigkeiten militärisch auszutragen, zumal England und seine Bündnispartner in weitere Kriege verwickelt waren. Die Niederlande, Dänemark und Schottland sahen sich einem kriegsmüden Spanien, England sowie Portugal und dem mächtigen Österreich gegenüber. Der Kriegserklärung folgten schwere und für beide Seiten verlustreiche Kämpfe in Nordamerika, und der Einfall der Schotten und Niederländischer Regimenter in Nordengland. Spanien entsandte Heere durch Frankreich in die wallonischen und flämischen Gebiete, wo sie aber von den besser geführten und motivierten Truppen Willems geschlagen und häufig bis auf den letzten Mann aufgerieben wurden. Die Flotte traf, außer kleinen Gefechten mit zahlenmäßig weit unterlegenen englischen Flotillien, auf keinerlei Widerstand. Nebenbei kam es erneut zu einem kurzen, ereignislosen dänisch-schwedischen Krieg.

Die Flottenüberlegenheit der Holländer zeigte sich nicht nur in Europa, sondern auch in Indonesien und Australien, wo wenige Regimenter aufgrund besserer Mobilität die isolierten portugiesischen Truppen zur Aufgabe zwangen und Kolonien und Städte der portugiesischen Krone systematisch belagerten und eroberten. 1699 stimmte Portugal schließlich einem Friedensangebot Willems zu und verzichtete auf alle Gebiete an der Ostküste Australiens, darunter ertragreiche Goldminen.

Netherlands1699.jpg


In England hatten in harten Kämpfen Niederländer und Schotten die englischen Truppen geschlagen und Provinz um Provinz genommen, auch wenn sich einige starke Festungen, so zum Beispiel London, lange den Belagerungen widersetzten. 1700 mußte London jedoch kapitulieren und trat die umstrittene Provinz in Nordamerika an die Zeelandse Noordamerikacompagnie ab. Willem sicherte sich auch Northumberland und Yorkshire, um bessere Kontrolle über die Nordsee zu bekommen und den schottischen Alliierten Schutz gegen englische Übergriffe gewähren zu können.

Netherlands1700.jpg


Freiwerdende Truppen und Schiffe setzte der König zur Eroberung der spanischen Karibikinseln ein.
Österreich, letzter und anscheinend eher unwilliger Bündnispartner der Spanier, erklärten sich zu einem Frieden unter Herstellung des status quo mit Willem einverstanden. Mangels Kampfhandlungen war diese Herstellung nicht weiter schwierig. Kurze Zeit später, im fünften Jahr des Krieges, trat Spanien schließlich die Insel Haiti vollständig an die Niederländer ab.

Netherlands1701.jpg


Die Einnahme so vieler Provinzen hatte dem Ruf der Niederlande sehr geschadet, und Willem verbrachte die letzten Jahre seines Lebens mit dem Versuch das Mißtrauen der Nachbarn zu zerstreuen und die Früchte des Sieges zu genießen. Unter seiner Herrschaft war der Erbfeind Spanien geschlagen worden, Gebiete in Norddeutschland, England und Überssee erobert worden und die Kampfkraft der Flotten nachhaltig gesteigert worden. 1706 starb er, umgeben von einem trauernden Hofstaat, nachdem er die Krone an seinen Sohn weitergegeben hatte.
 

Quirian

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Schöner AAR, gefällt mir sehr gut :)

Eine Frage noch auf der ersten Seite tauschst du eine Idee gegen eine andere aus? Das geht? :confused:

Bei EU 3 lernt man nie aus :eek:

Lg
 
Aug 14, 2006
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Schöner AAR, gefällt mir sehr gut :)

Eine Frage noch auf der ersten Seite tauschst du eine Idee gegen eine andere aus? Das geht? :confused:

Bei EU 3 lernt man nie aus :eek:

Lg


Rechtsklicken auf die Idee. Kostet allerdings 2 Stabilität in IN. Wie das in HTTT ist weiß ich nicht, sollte aber auch gehen, denke ich. An sich mache ich das höchst ungern, kommt mir immer ziemlich opportunistisch vor. Anscheinend häufig gebraucht ist irgendwas als 1. Idee zu wählen und danach auf Handel 7 zu sparen und die erste Idee auszutauschen, um einen Vorsprung gegenüber den anderen Kolonisten zu haben.
Aber in diesem Fall dachte ich, daß die Situation vor/nach dem Krieg gegen Spanien so unterschiedlich ist, daß es gerechtfertigt ist.
 

Quirian

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Ja, hab es mittlerweile gesehen. In HttT kostet es sogar 3 Stabilität, aber für Entdeckernationen kann ich mir gut vorstellen, dass es hilfreich ist. Erst "Aufbruch in die neue Welt" und wenn dann die Flottentechnologie hoch genug ist wieder weg, selbiges funktioniert mit Nationalbank nach dem Bau von Steuerschätzern. (Große Armee könnte man später auch austauschen, wenn die Landmasse gewachsen ist). Deswegen find ich den Stabilitätsverlust schon angemessen.

Lg
 

Ottheinrich

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Prima AAR, werde es auf jeden Fall weiter verfolgen. Die kleinen Nationen sind doch oft die interessanten zum spielen.

Bezüglich Austausch der Nationalen Idee, solltest du viele Non-Core Provinzen haben solltest du beachten, dass mit dem Verlust von 3 Stabilitätspunkten auch das Risiko für Revolten sich wieder um soviel erhöht.
 
Aug 14, 2006
770
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Gegen England und Frankreich: Die Kriege unter Frederik Hendrik II 1706-1727

Netherlands1706.jpg


Gleich nach Antritt seiner Herrschaft ließ Frederik Hendrik II vom Generalsstab und der Admiralität eine genaue Beurteilung über die militärische Stärke (oder Schwäche) seines Landes anfertigen.

Netherlands1706b.jpg


Nach monatelanger Arbeit, gestützt auf ein Heer von Berichterstattern und Agenten weltweit, berichtete der Kriegsminister zerknirscht, daß die Niederlande nur das achtgrößte Heer unterhielt, weit kleiner als die direkten Konkurrenten Frankreich, Österreich und Spanien. Gegen die mächtigen Osmanen war die Streitmacht Frederik Hendriks geradezu vernachlässigbar, kam doch auf einen Niederländer unter Waffen vier Streiter der Hohen Pforte. Besser sah es im Vergleich mit England, Polen und Portugal aus. Eine bedeutende Erweiterung des Heeres war jedoch aus Kostengründen und vor allem wegen der zu kleinen Zahl an brauchbaren Rekruten nicht möglich.

Netherlands1706c.jpg


Weitaus besser bewehrte sich die Flotte. Stolz vermeldeten die Admiräle, daß dem König nahezu doppelt so viele Großkampfschiffe zur Verfügung standen, wie dem nächsten Konkurrenten. Andere Reiche mochten zwar mehr Fregatten besitzen und damit die Handelswege vorübergehend blockieren können. In einer direkten Konfrontation mit den Schlachtflotten der Niederländer war der Ausgang zugunsten der Vereinigten Provinzen jedoch klar.

Gestützt auf diese Einschätzungen folgte der König überzeugt der alten Strategie der niederländischen Könige: Konflikte mit dem überlegenen Nachbarn Frankreich vermeiden, die Flotte zum Schutz der Überseegebiete und der Abwehr eventueller amphibischer Angriffe auf die niederländischen Kernlande einsetzten, und Gebietserweiterungen auf Kosten der östlichen Nachbarn erringen, um den Rücken zu decken und die Zahl der verfügbaren Rekruten zu steigern.

Eine günstige Gelegenheit kam im Jahr 1708. Der niederländischen Kriegserklärung an den kleinen östlichen Nachbarn Braunschweig folgte eine kurze Sequenz an Schlachten, bis die Truppen Braunschweigs und des zu Hilfe kommenden Triers vernichtet waren und die Hauptstädte unter Belagerung standen. Das eigentliche Ziel der niederländischen Angriffe waren jedoch die polnisch beherrschten Gebiete in Norddeutschland. Polen war als Braunschweigs Schutmacht in den Krieg eingetreten, und die polnische Kavallerie hatte keine wirkliche Gelegenheit in den durch Flüsse und kleine befestigte Städte geprägte norddeutschen Tiefebene die niederländischen Infanterieformationen und Artilleriebatterien zu werfen. 1709 wurden Trier und Braunschweig Vasallen der niederländischen Krone, 1710 gab sich der polnische König geschlagen und trat Hamburg und Lüneburg an Frederik Hendirk ab.

Netherlands1710.jpg


Dänemarks und Schottlands Beiträge zum Krieg waren wohlbemessen, schottische Infanterie half bei der Belagerung Hamburgs und Lübecks, Dänemarks überraschen effektive Truppen banden und vernichteten polnische Verstärkungen im Baltikum. Besonders der dänische Beitrag, obschon nicht kriegsentscheidend, wurde in den Niederlanden erfreut zur Kenntnis genommen und entsprechend gewürdigt. Neben der Ausweitung der Kolonien nahm deshalb auch die Verbesserung der Beziehungen zu Dänemark einen großen Anteil an den diplomatischen Aktivitäten der nächsten Jahre.

Schottland nahm dies eher beleidigt zur Kenntnis und kündigte im Jahr l718 das langjährige Bündnis auf. Bedauernd nahm Frederik Hendrik dies zur Kenntnis, hatte er doch weitergehende Pläne, bei denen Schottland eine wichtige Rolle gespielt und sicher auch profitiert hätte.
Im Nachhinein sollte dies allerdings keinen großen Unterschied machen. Im Jahr 1720 vernahmen die Niederlande die schon fast traditionelle dänische Bitte um Waffenhilfe gegen Schweden, und das Kabinett sah keinen Grund, diesem Ruf nicht Folge zu leisten. Dieser dänischen Kriegserklärung folgte jedoch ein Angriff Polens auf die Besitzungen Dänemarks im östlichen Baltikum, unterstüzt durch ihre langjährige Verbündeten, die Franzosen. Frederik Hendrik sah, daß Frankreich interne Probleme hatte, und sagte den Dänen jede mögliche Unterstützung zu.
Während Dänemark gegen Polen kämpfte, schlugen die Truppen der Niederlande in einigen heftigen Schlachten die eindringenden Franzosen in Flandern und Brabant und begannen die Belagerung der französischen Grenzprovinzen. In Nordamerika fochten die Truppen der Zealandse Noordamerika Compagnie einen erfolgreichen Abnutzungskrieg gegen die Franzosen. 1722 sah sich Frederik Hendrik im Besitz von Calais, der Picardie und Valenciennes, die Belagerung von Paris stand kurz vor dem Abschluß, als Dänemark einen Friedensvertrag mit den wankenden Franzosen. Frankreich trat Innu und Klein-Namaqualand an Dänemark abm die Nromadnie, Armagnac und Oyo wurden als souveräne Staaten in die Freiheit entlassen.

Netherlands1722.jpg


Zähneknirschend und widerwillig räumten die siegreichen Niederländer die französischen Gebiete, und fühlten sich nicht wenig um die Früchte ihrer Erfolge betrogen. Die einzige Genugtuung war, daß die Franzosen schwere Verluste an Gold und Menschen, sowie in der Normandie einige strategisch wichtige Gebiete verloren hatten. Im nächsten Krieg, so schworen sich Offiziere und Mannschaften, würde man das verlorene Valenciennes wieder in die Freiheit zurückholen. Auch die Entdeckung von alten Dokumenten in einem Kloster, die dem Geschlechte der Oranier einen gesetzmäßigen Anspruch auf die Picardie bescheinigte, trug nicht dazu bei, die Stimmung im Lande zu beruhigen.
Da die potentiellen Gegner entweder einen Waffenstillstand mit den Niederlanden hatten, oder aber der Mühe einer Mobilisierung nicht wert waren, mußte England als Blitzableiter herhalten. 1724 wurde die Kriegserklärung in London zugestellt. Wütend nahm der König der Niederlande zur Kenntnis, daß Dänemark sich weigerte, Unterstützungstruppen zu schicken. Nichtsdestoweniger überrollten niederländische Expeditionstruppen die englische Miliz und drängte die englischen Kolonialarmeen weiter und weiter zurück. Im Jahr 1727 sah denn auch die englische Exilregierung (man hatte sich nach Paris begeben) ein, daß weiterer Widerstand nicht sinnvoll war. Man entließ also die irischen Kolonien in die Freiheit und übergab die Kontrolle von Abitibi, Lincoln und Lancashire an die Niederländische Krone ab.

Netherlands1727b.jpg


Diese wurde zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr von Frederik Hendrik II getragen. Der Monarch verstarb in Amsterdam, noch während die Belagerung Londons andauerte. Sein Nachfolger sollte den von ihm erfochtenen Frieden mit den Engländern abschließen können, ihm selbst blieb nur die Genugtuung die Gebiete in England erweitert zu haben. Und zum ersten Mal seit Menschengedenken waren unter seinem Kommando die Franzosen auf dem Schlachtfeld besiegt worden...
 
Aug 14, 2006
770
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Goldene Zeiten scheinen für die Holländer anzubrechen :)

Tolles AAR!

Freut mich, dass es gefaellt. :)

Allerdings habe ich jetzt ein kleines save-game-Problem. Das letzte ist naemlich irgendwie nicht zu gebrauchen. Nach ein paar Tagen Spielzeit stuerzt es regelmaessig ab, andere gespeicherte Spiele laufen aber. Da ich nebenher ein gemuetliches Frankreichspiel laufen hatte, sind die letzten auto saves nicht das, was ich gebrauchen kann.

Hat jemand eine Idee, ob und wie das zu beheben ist? Laeuft sowas unter Bug oder Tech Support? Sonst muesste ich versuchen, ob das vorher gespeicherte Spiel um 1718 oder so laeuft und entsprechende Aenderungen machen. Waere aber schade :mad:
 
Aug 14, 2006
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Niemand eine Idee, ob und wie man so ein gespeichertes Spiel wieder spielbar macht?
Dann muss ich halt das 1718er Spiel wieder aufnehmen.
 

Terantor

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Sehr schönes AAR. Hoffe es wird noch weitergeführt.

Zu deinem Problem:

Öffne mal das Savegame mit nem Texteditor und lösche alle Einträge die mit "colony_construction" anfangen. Dann müsste es wieder gehen. Zumindest war das bei mir so. Das Problem kann aber immer wieder mal auftreten.
 
Aug 14, 2006
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Uii, das faellt ja schon fast unter boeswillige Totenerweckung diesen AAR wieder auszugraben.

Wenn ich das lese juckt's mich doch wieder in den Fingern, das fertigzuspielen. Bin inzwischen auf HTTT umgestiegen, aber fuer einen guten Zweck koennte ich mich auch nochmal mit IN anfreunden. Auf jeden Fall hab ich mit deiner Methode das Savegame wieder spielbar bekommen, zumindest auf den erste Blick. Werde es naechste Woche nochaml etwas laenger laufen lassen, und wenn stabil, ruecke ich das Tintenfass heran und spitze die Gaensefeder.
Der Franzose tut mir jetzt schon leid, mit dem hatte ich noch einige Rechnungen offen...