Die kurze Herrschaft Jacobs I-1617-1619
Willems Erbe trat sein Sohn Jakob an, ein Mann, auf dem hohe Hoffnungen der Kriegspartei am Hofe lagen. Noch waren Teile der Niederlande unter spanischer Herrschaft, und noch waren alte Rechnungen mit dem großen Gegner zu begleichen. Jacob war seit seiner Jugend als Hitzkopf ohne einen Funken diplomatischen Geschicks bekannt.
Jakobs Herrschaft endete schon zwei Jahre später, als der König bei einem Reitunfall während eines Jagdausflugs starb. Trotz oder vielleicht wegen seiner zahlreichen Amouren, an der nach Hörensagen alle gesellschaftlichen Klassen der Hauptstadt und Umgebung Anteil hatten, hinterließ Jakob keinen legitimen Erben, sodaß sein jüngerer Bruder Simon ihm als Souverän nachfolgte.
Kriege und Kolonien-die Erwerbung der spanischen Niederlande unter Simon I 1619 – 1646
Gleich seinem Bruder hatte Simon enormes Geschick die Verwaltung seines Reiches zu organisieren, war aber in Kriegsdingen wenig begabt. Kurz nach seinem Regierungsantritt befahl er zu allgemeinen Erstaunen am Hofe den Bau neuer Fregatten und Aushebung neuer Regimenter. Die neuen Schiffe lagen noch in den Docks, als Simon im Vertrauen auf seine verstärkte Armee, die ruhmreiche Flotte und die Unterstützung seiner Alliierten England, Frankreich und Portugal dem Erzfeinde Spanien den Krieg erklärte.
Portugal zog es jedoch vor, sich auf die Seite Spaniens zu schlagen, und auch die englischen Feiglinge brachen ihre Versprechen. Auch Österreichs habsburgische Herrscher kamen ihren spanischen Vettern zu Hilfe, so daß sich die Niederlande einer unerwartet starken Union katholischer Kräfte gegenübersahen. Frankreich jedoch blieb treu und schickte seine zahlreichen Truppen gen Spanien. Simons Kavallerie überrannte die vereinzelten spanischen Regimenter in den wallonischen Landen und begann die Belagerungen, während sich in den Pyrrenäen spanische und portugiesiesche Armeen harte Kämpfe mit den französischen Korps lieferten.
Eine zweite Front wurde in den Kolonien in Nordamerika eröffnet. Simons Truppen vernichteten die portugiesischen Angreifer in einer Schlacht in Susquehanna und eroberten die Kolonie Lenape.
In der Karibik versuchte Österreich sich einen Platz an der Sonne zu sichern und begann im Juli 1620 die Belagerung von St Kitts. Im Oktober eroberte die niederländische Hauptarmee Valenciennes, Unami in Nordamerika fiel im November an Simons Kolonialarmee. Weitere Erfolge waren m Januar 1621 die Kapitulationen von Hainaut und Artois, bis auf Luxemburg waren nun alle Gebiete der ehemaligen spanischen Niederlande unter Kontrolle der Niederländer. Um Portugal noch intensiver unter Druck zu setzen begann das Expeditionskorps in Indien, die portugiesischen Kolonien in den Gewürzinseln zu belagern. Österreichs Belagerung von St Kitts ging im Feburar des selben Jahres nach Landung einer Entsatzarmee kläglich zu Ende und im März eroberte das Nordamerikakorps Delaware von Portugal.
Am wichtigsten aber waren für Simon und seinen Kriegsrat die französischen Erfolge in Spanien
Im Juni eroberte eine Landungstruppe aus Portugal die niederländische Versorgungsbasis auf Bermuda. Die Nachricht traf aber erst ein, nachdem mit Luxemburg die letzte Stadt in den wallonischen Gebieten Spaniens der Belagerung der königlich-niederländischen Armee nachgeben mußte.
In Indien nutzten Travancori Nationalisten die Abwesenheit des Ostasienkorps um einen Aufstand gegen Simons Herrschaft, oder eher gesagt gegen die von ihm beauftragten Ostindienkompagnie zu proben und eroberten Kalikut.
Ein eher unbedeutenes Problem, da im August ein Eilbote aus Paris die Nachricht brachte, daß Frankreich einen Friedensvertrag ohne Kompensationen auf beiden Seiten geschlossen hatte. Von nun an standen die Niederlande allein im Kampf gegen Spanien, Portugal und Österreich.
Der November sah die vorläufige Rückeroberung Kalikuts, während die Lage in Europa sich langsam drehte. Ein Expeditionskorps zur Eroberung der spanischen Franche Comte wurde von weit überlegenen Truppen Österreichs vernichtet und Rekrutierung von zusätzlichen Truppen in den Kernlanden notwendig. Madurai, das die Provinzen benachbart zu Kalikut beherrschte, nutzte den Moment der scheinbaren niederländischen Schwächem erklärten den Krieg und eroberten nach kurzer Zdeit Kalikut.
Das Jahr 1623 sah wenig kriegerische Aktivität, Spanien und Portugal gerieten mehr und mehr in finanzielle Schwierigkeiten und litten unter Kriegsmüdigkeit und Aufständen unter der Landbevölkerung. Simons Regierung war mit der Reorganisation der Armee und dem Bau neuer Kriegsschiffe beschäftigt. Lediglich St Lucia wurde von der spanischen Marine bombardiert und nach heftigem Widerstand genommen. Mysore und seine Verbündeten ließen sich gegen Ende des Jahres zur Herstellung des status quo überzeugen.
1624 gelang es den Emissären Simons Österreichs Herrscher nach Zahlung einer nominalen Summe von 25 D zum Friedensschluß zu bewegen. 1625 fielen mit Timor und Flores die portugiesischen Außenposten in Indonesien unter niederländische Kontrolle, der siegreiche General sah sich daraufhin sogar in der Lage, Portugiesisch Malakka zu belagern und Rebellen in Sunda zu unterwerfen.
Nach Versenkung einiger spanischer Flotillen im Ärmelkanal und der Blockade der spanischen Nordküste traten spanische Gesandte in ernsthafte Verhandlungen ein, die im September 1626 zum Frieden von Amsterdam führten. Portugal trat Unami, Santee und Delaware an die Niederlande ab, Spanien mußte Hainaut und 50 Dukaten zahlen.
1628 sah Simon in Frnakreichs Krieg gegen Aceh und Brunei eintreten. Nich lange sollte es dauern, bis die von Auständen und Kriegserschöpfung leidenden niederländischen Kolonien Simons Frieden mit dem Feind schlossen. Zu wichtig war es, die neuen Gebiete zu konsolidieren und die knappen Ressourcen in das neueste Projekt des Königs zu investieren. Er sah die Rolle des Monarchen weniger als obersten Lehensherrn sondern als Haupt der Verwaltung. Folgerichtig wurde 1631 die Feudalmonarchie auch offiziell durch eine Administrative Monarchie ersetzt. Die folgende Destabilierung des Landes hielt die wenigen Regimenter in Nordamerika und Niederlänisch-Ostindien beschäftigt, da es galt, die Aufstände der jeweiligen Kolonialunterthanen zu unterdrücken.
Verwicklungen im Rahmen einiger Staatsgeschäfte wurden alte niederländische Ansprüche auf das Gebiet von Lüttich entdeckt. Lüttich, das alte Bistum, hatte vor kurzer Zeit sein Gebiet durch Aufnahme der gegen die Spanier rebellierenden Bürger von Valenciennes verdoppelt. Doch Simon wollte seine Ansprüche aus Rücksicht auf die Allianz mit Frankreich nicht direkt durchsetzen, da die Unabhängigkeit Lüttichs von der französischen Krone garantiert war. 1635 war das Training der Infanterie in den neuen, vom schwedischen König Gustav Adolf ersonnen Taktiken beendet und Simon fühlte den Zeitpunkt gekommen, sein Reich entlang des Rheines auszudehnen. Das Erzbistum Köln, verbündet mit Lüttich und Portugal, und von Spanien garantiert, war der nächste Nachbar der Niederlande und erhielt die Kriegserklärung Simons. Ein schwerer Fehler des Königs, da Frankreich, der langjährige Verbündete sich diesem Krieg nicht anschließen wollte, und die Niederländer nun ohne Verbündete gegen die gesammelte Macht Spaniens, Portugals, der Schweiz, der Pfalz, Kölns und Nahalt als dem Herrscher des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation unter der Führung Lüttichs anzutreten hatten.
In Nordamerika nutzte der eingeborene Stamm der Shawnee die Lage, um niederländische Kolonien anzugreifen. Diese Bedrohung war die geringste Sorge des Generalsstab, die Shawnee starben zu Hunderten unter den Hufen der Kavallerie, und schnell wurden ihre Gebiete in die nierderländischen Nordamerikakolonien eingegliedert.
Nach langen und harten Kämpfen und Rückschlägen auf beiden Seiten gelang es der Admiralität Hollands,die Küsten Spaniens und Portugals weitgehend zu blockieren, die Ostindientruppen eroberten portugiesische Stützpunkte und die Armee hatte die Gebiete von Lüttich, die restlichen Besitzungen der Spanier in diesem Gebiet unter Kontrolle. Mehrere Angriffe Anhalts und der Schweiz waren gescheitert, und Spanien geriet mehr und mehr unter Druck.
Im Jahr 1637 gelang es schließlich Lüttich als Allianzführer zum Frieden zu zwingen, was den Niederlanden die Provinzen Valenciennes, Artois und Luxemburg brachte, sowie eine geringe finazielle Zuwendung. Dies bedeutete das Ende des Begriffs „Spanischen Niederlande“., Simon hatte die Vision seines Großvaters glänzend erfüllt.
Doch zu welchem Preis, die Niederlande waren ohne Verbündete, die Verhältnisse zu den Nachbarn zerrüttet und die königlichen Kassen waren leer. Der vormalige Verbündete Frankreich erhob Anspruch auf das von den Niederlanden neu erworbene Valenciennes und das mit Frankreich verbündete Österreichs sah die Provinz Friesland immer noch als Teil ihres Erbes.
Simon verbrachte seine letzten Jahre als innerlich zerrütteter und an Verfolgungswahn leidender Mann, versuchte Bündnisse mit allen geeigneten und ungeeigneten Staaten abzuschließen und sich durch Ausbau der Armee, der Flotte und diplomatische Winkelzüge vor dem befürchteten (und von den Diplomaten halb Europas eigentlich erwarteten) Kriegserklärung von einer oder mehrerer Großmächte. Erfolge stellten sich einige Jahre später, als eine Allianz mit Dänemark ud Staatsehen mit England und Frankreich wenigstens ein Gefühl der Sicherheit vermittelten.
Simon starb im Jahre 1646, seine Kriege hatten das Land erweitert und den unmittelbaren Kampf gegen Spanien beendet, jedoch das Land erschöpft und ohne starke Verbündete gelassen. Troz aller Landgewinne und Schlachten wird von späteren Historikern jedoch die von ihm veranlaßte und durchgesetzte Reform der Regierungsform als wichtigste Tat Simons I genannt.