Die Karibik, Nordamerika und Indien-Der Beginn des Kolonialsmus unter Willem II 1584 – 1617
Willem II folgte seinem Vater im Januar 1584 auf dem Thron. Geprägt von den Jahren des Krieges in seiner Jugend waren seine Talente in erster Linie auf das Militär gerichtet, es sollte ihm jedoch eine andere Rolle zufallen. Um Handel und Wandel zu stärken, verbot Willem ein für alle mal das Piraten – und Freibeutertum in Gewässern unter niederländischer Kontrolle und erließ Regelungen für die Errichtung von Handelsmonopolen.
Die Thronbesteigung Willem II
Und wirklich, der nach dem Krieg darniederliegende Handel in Antwerpen wurde von Händlern aus den flämischen und brabantischen Städten sowie aus Amsterdam und Rotterdam wieder aufgenommen.
Die Verbindungen mit Frankreich, dem mächtigen Nachbarn im Westen, wurden durch eine Staatsehe gefördert und kurze Zeit später fragte Frankreich nach Waffenhilfe gegen Aceh, ein obscures Land im Osten Asiens. Willem erklärte den Krieg, ohne jedoch Schiffe oder Truppen nach Asien zu schicken.
Im August nahm die Bevölkerung Gelres den reformierten Glauben an, nur Limburg und Brabant waren noch von papistischen Bewohnern dominiert.
Willem reagierte auf den Wunsch der Niederländer und entsandte eine Expedition. Im September 1584 nahm diese die Insel St Kitts als Kronkolonie in Besitz, Im Juli des folgenden Jahres wurde Willems Banner auf Bermuda aufgepflanzt und die Siedler strömten in die neuen Provinzen.
Im Jahre 1585 verließ ein Entdecker an Bord zweier Galleonen Antwerpen. Sein Auftrag war es, unentdeckte Landstriche im Norden des mysteriösen Kontintents Amerika zu erforschen und für die Niederlande zu sichern. Der Krieg gegen Aceh wurde im September offiziell von Willem ohne Kamphandlungen eingestellt, während Frankreich größere Landgewinne in Indonesien erzielte.
1586 konvertierten die Limburger zum wahren Glauben und der erfolgreiche Missionar nach Brabant, der letzten Hochburg katholischen Glaubens in den Niederlanden. Ein Landstrich namens Powhatan wurde die erste niederländische Kolonie auf dem amerikanischen Festland und sollte zum Ausgangspunkt eines ausgedehnten Krongebiets und primären Siedlungsgebiet von Willems Untertanen werden.
Die nächsten Monate wurden in ausgedehnte diplomatischen Verhandlungen. Militärbündnisse mit Portugal und England, sowie Staatsehen mit England und Württemberg verbesserten das Ansehen von Willems Reich und versprachen Schutz gegen mögliche spanische Angriffe. Das Bündnis mit Portugal wurde entgegen früherer Befürchtungen abgeschlossen, einerseits um die Nutzung portugiesischer Häfen zu sichern und dadurch Einfluss in Indien zu gewinnen.
Kolonisten in Noramerika besiedelten Pamlico.
Der wachsende Einfluß der Kaufleute wurde durch die Einführung einer nationlisierten Handelspolitik deutlich, selbst wenn durch den Bedarf an Handelsschiffen die Qualität neugebauter Kriegsschiffe deutlich sank.
Anmerkung: Austausch “Superior Shipwrights” gegen “National Trade Policy”
Bald sollte die neue Allianz mit Portugal eingefordert werden. Sowohl Marocco mit seinen Alliierten an der Berberküste, als auch das mächtige Ottomanische Reich mit einem Bündnis von kleineren islamischen Staaten erklärten Portugal im Oktober 1587 den Krieg, die einen, um Tangiers zurückzuerobern, die anderen, um Portugal aus seinen Besitzungen auf der arabischen Halbinsel zu verteiben. Willem sandte eine kleine Flotte von Galleonen aus, um marokkanische Schiffe im Atlantik zu jagen und zu versenken.
Die Bündnispflichten erfüllt widmete sich Willem dem Erlaß neuer Regularien für Handelsschiffe und die Begrenzung von Einfuhren. Beides steigerte die Wettbewerbsfähigkeit der niederländischen Händler und resultierte in bedeutende Mehreinnahmen, die in die Verbesserung der Infrastuktur und die Erforschung neuer Technologien gesteckt wurden.
Die Kriege gegen die Muslemanen, von Willem ohne großen Enthusiamus geführt, endeten für die Niederlande gegen Ende des Jahres 1588 ohne Gewinne oder Verluste. Portugal jedoch dehnte seinen Machtbereich in Ostafrika aus, indem es einige Provinzen von Suaheli übernahm. Das Ottomanische Reich war im Flottenbereich zu schwach und akkzeptierte einen Frieden mit Portugal ohne Abtretung von Gebieten.
Nur kurz sollte der Frieden in den Niederlanden dauern. Anno domini 1589 erklärte Frankreich erneut Krieg gegen ein Land in Asien. Paris hatte seine Hand nach Provinzen in Champa, einem kleinen Land in Indochina ausgestreckt. Die Niederlande witterten die Gelegenheit, langfristig Handelsinteressen in Südostasien durchzusetzen, da China als Schutzmacht Champas in den Krieg eintrat. Willem mobilisierte Truppen und setzte die Flotte für die lange Fahrt um Afrika herum instand. Doch die starke Truppenpräsenz in den spanisch kontrollierten Provinzen Walloniens machten größere Truppenbewegnungen riskant. Ein Expeditionskorps nach Indochina schiffte sich im Oktober ein. Es sollte jedoch nicht rechtzeitig auf dem Kriegsschauplatz eintreffen, um in den Konflikt einzugreifen. Im November desselben Jahres wurden in den Werften leichte Kriegsschiffe auf Kiel gelegt , die später als „Frühe Fregatten“ bekannt werden sollten.
Das folgende Jahr sah China einen Friedensschluß mit den Niederlanden treffen. Das einzige Ergebnis war, daß holländische Kaufleute die chinesischen Märkte mit europäischen Gütern belieferten und im Austausch Seide, Porzellan und andere Luzusgüter nach Antwerpen brachten. Zu diesem Zeitpunkt beherrschten die Händler aus Holland, Seeland und Flandern die Handelszentren von Antwerpen, Jiangsu, Lübeck und Venezien und begannen, in den abgeschlossenen Märkte von Portugiesisch- und Spanisch-Südamerika Fuß zu fassen.
Das Jahr 1590 brachte die Errichtung einer dritten Kolonie in Nordamerika, nach einem einheimischen Begriff „Conoy“ genannt. Die nächsten Jahre gingen ruhig vorüber, der Erforscher Nordamerikas starb bei einem Unfall im Jahr 1592, Brabant konvertierte im folgenden Jahr zu reformiert, und Staatsehen mit Hessen und Holstein wurden geschlossen.
Im Jahr 1594 sah Willem die Gelegenheit zur weiteren Expansion. Portugal gewährte niederländischen Schiffen Zugang zu seinen Häfen. Die Flotte, mit einigen ausgewählten Regimentern an Bord, verließ Anwerpen mit dem Auftrag, den Handel in Indien und China auszuweiten. Auf dem Weg gab die Flotte Geleit für eine Expedition, die mit Barbados dein weiteres bisher unzivilisiertes Gebiet in der Karibik für die Krone der Niederlande in Besitz nahm. Manhatten folgte 1596 als weiterer Siedlungspunkt in Nordamerika.
Wichtiger war jedoch die Ankunft der niederländischen Flotte nd Armee in Indien. Nach einer kurzen Erholungsphase im portugiesischen Ceylon setzten die ersten Kompanien im Oktober 1595 auf das indische Festland über und griffen das reich von Madurai an. Frankreich und Portugal nutzten die Gelegenheit, ebenfalls Expeditionen nach Indien zu schicken. Im Mai 1596 fiel die Hauptstadt von Madurai, jedoch hatte der holländische Befehlshaber übersehen, daß Madurai weitere Provinzen weiter im Norden besaß, die von französischen Truppen belagert wurden. Portugal griff in der Zwischenzeit die anderen indischen Mächte, die Madurai garantiert hatten, an.
Situation in Indien im Jahr 1597
Willems regionaler Befehlshaber mußte einen Stützpunkt in Indien etablieren, aber wollte weder Frankreich noch Portugal die Möglichkeit für weitere Expansion bieten. Deswegen akzeptierte er Calicut von Travancore, sobald die Stadt gefallen war und schloß Frieden mit allen anderen indischen Mächten, sobald sich die Möglichkeit ergab.
Calicut, erster Stützpunkt der Niederlande in Indien
Portugal beendete einen kurzen Krieg gegen Malacca, bevor die niderländischen Truppen bedeutende Fortschritte machen konnten. Da die Truppen schon enmal in Bewegung gesetzt waren, erklärte der Kommandeur dem kleinen Reich Banten in Indonesien den Krieg, besetzten Sunda und erbeuteten große Mengen an Gewürzen, die mit großem Gewinn in Europa verkauft wurden.
Sunda, ein erster Stützpunkt in Indonesien
Im Jahre 1600, nach der Kolonialisierung Conneticuits, machte die neu gegründete Vereenigte Oostindische Compagnie eine neue Weltkarte mit den niederländischen Kolonialbesitzungen in Indien, Indonesien, der Karibik und Nordamerika dem Königshof zum Geschenk.
Die Welt im Jahre 1600
Eine genauere Version Nordamerikas, immer noch in den öffentlichen Archiven der Krone einzusehen, stammt aus dem Jahre 1606.
Niederländische Besitzungen in Nordamerika AD 1606.
In den dazwischenliegenden Jahren wurde die Wehrpflicht in anderer Form wieder eingeführt: um die Kosten für die Bemannung von Kriegsschiffen zu senken und damit die Flotte wirksam zu vergrößern, authorisierte der König die Zwangsrekrutierung von Seeleuten.
Die Aufrechterhalung diplomatische Beziehungen zu den nordeutschen Kleinstaaten, Erweiterung der Infrastruktur der Ausbau und die Gründung neuer Kolonien (Santa Lucia, Mahican und Susquehanna) beschäftigten den König und seine Berater. Der Erzfeind Spanien hatte in der Zwischenzeit mit Aufständen in seinen Kolonien zu tun.
Spanische Probleme in der Karibik
1610 erreichte erneut ein portugiesischer Hilfeschrei den königlichen Hof. Das Ottomanische Reich mit seinen Verbündten hatte erneut Portugal den Krieg erklärt. Dieses Mal hätte Willem seine Truppen von Indien aus ins Spiel brignen können, er hatte jedoch wenig Interesse am Erwerb unprofitabler Provinzen in Afrika oder einem harten Kampf gegen die Türken und Araber im Mittleren Osten. Im Herbst des Jahres 1613, ohne daß ein einziges Aufeinandertreffen mit den feindlichen Truppen stattgefunden hatte, wurde in Istanbul ein Frieden zwischen den Niederlanden und dem Sultan geschlossen.
Der Kronrat hatte die Aufmerksamkeit des Herrschers auf eine Frucht gerichtet, die einfacher zu pflücken war: in den unerforschten Weiten Nordamerikas herrschten die Irokesen über den Pelzhandel und weite Gebiete. Nachdem die wichtigsten Provinzen in der Nähe der irokesischen Lande besiedelt und durch einfache Festungen geschützt waren, ließ der König 4 weitere Regimenter ausheben, die sogleich nach Neuamsterdam verschifft wurden und ihre Reise in die Binnenlande antraten. 1614 drangen drei kleine Expeditionskorps in die Gebiete der Ureinwohner vor. Im darauffolgenden Jahr kapitulierte der einstmals mächtige Stammesverband, nachdem die Mehrzahl seiner Krieger im Kugelhagel und unter den Hufen der Kavallerie ihr heidnisches Leben ausgehaucht hatten.
Die neu eroberten Gebiete in Nordamerika, 1615
Die neu eroberten Gebiete stellten fast eine Verdopplung des niederländischen Herrschaftsbereiches in Nordamerika dar. Es sollte aber mehrere Generationen dauern, bevor die Einwohner sich an die Religion und die Gebräuchen ihrer neuen Herren gewöhnen würden. Ein Gesetz zur Vereinheitlichung der Religion sollte in den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten die Anzahl der eifrigen Missionare für die Überseegebiete deutlich erhöhen.
Im Jahr 1617 starb Willem II nach 33 Jahren auf dem Thron. Wie sein Vater hatte er das Staatsgebiet der Niederlande vergrößert. Anders als dieser aber nicht als Freiheitskämpfer, sondern durch Kolonialisierung und aggresive Eroberung. Seine Eroberungen sollten den Grundstein zu einem Reich legen, in dem die Sonne nie untergehen würde.