Meinung eines Strategiespielers
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Zusammenhang mit dem Terroranschlag auf die USA stellen wir uns einige Fragen. Zum einen war es schon seit längerem bekannt, daß Passagierflugzeuge entführt werden konnten. Warum hat niemand die Sicherheitsmaßnahmen derartig verstärkt, das zumindest ein nennenswerter Anteil der Versuche hätte scheitern müssen?
Daß einige Bauten wie AKW´s Absturzsicher sein müssen, wurde wenigstens erkannt. Warum sind A- und C-Waffenlager dies nicht?
Warum haben die Terroristen nur psychologische Ziele angegriffen, und nicht wirtschaftliche Zentralen? Gerade ein Schlag gegen die Ölraffinarien hätte die gesamte westliche Welt wesentlich härter getroffen. So erreichten sie "nur" den Ruf nach Vergeltung.
Daß Terror (leider) ein übliches Mittel der Kriegsführung ist, brauche ich Ihnen, als Freizeitregenten, wohl nicht näher erläutern. Ein Blick auf die Regierungspolotik der USA bestätigt dies ebenfalls. Wir möchte nur an die 2 Atomwaffeneinsätze gegen Japan erinnern, oder an die Flächenbombardements während des 2.WW und des Vietmankrieges. Daneben ist es schon immer üblich gewesen, militärische und paramilitärische Einheiten zu Unterstützen, die gegen den oder die eigenen, wichigen Feinde bzw. Feindbilder agieren. Immerhin wurde auf diese Art die Machtübernahme der Taliban unterstützt. Humanisten beklagen zwar ständig diese üblichen Methoden der Politik, konnten aber bisher nur den Einsatz dieser Mittel etwas eindämmen.
Daß neuerdings Kriege ohne Kriegserklärung beginnen, ist allerdings eine reine Unhöflichkeit. Meine Herrschaften, zu unserer Zeit hätte es so etwas nie gegeben.
Die möglichen Reaktionen der USA schätzen wir wie folgt ein:
Zu Beruhigung des eigenen Volkes wird ein Sieg in einem Krieg benötigt. Hier bietet sich Afghanistan als Gegener förmlich an. Zum einen ist dies immer noch der Wohnsitz eines bekannten Terroristen, der durch eine Heirat seiner Tochter die Beziehung zum Taliban maßgeblich verbesserte. Zum anderen sind die Zustände in diesem Land für einen nennenswerten Teil dermaßen unhaltbar, daß sie Trotz des üblichen Nationalstolzes ihre Heimat in beachtlicher Zahl verlassen. So wäre es der USA sogar möglich, zuguterletzt noch als Retter der Afghanen aufzutreten. Möge Ihr Feldzug von Weitsicht begleitet sein.
Ferner scheint es unabdingbar, die Internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den bewaffneten Terrorismus aufzunehmen. Die Zusammenarbeit mit anderen Großmächten wurde dabei durch die psychologische Wirkung des jüngsten Terroranschlages geradezu ermöglicht. Die Amerikanische Propagandamaschine wird hierzu natürlich ihren gewohnt effektiven Beitrag leisten. Rußland und China erhalten auf diese Art auch die Möglichkeiten, ihre internen Probleme mit ihren Eigenen, etwas unmenschlichen Methoden, zu lösen. Der Blick der Welt wird schließlich in naher Zukunft auf die USA gerichtet sein.
Zuletzt möchten wir noch vorbringen, daß in unserem Lande Christen uns Moslems schon länger friedlich miteinnader leben. Beide Religionen beteuern ihre naturelle Friedlichkeit, gestützt auf die jeweiligen Lehren ihrer Religion. Wir sind aber davon überzeugt, daß unsere religionsfreie Herrschaft das Fundament des Friedens ist.
Insgesamt stellt uns die weltpolitische Lage durchaus zufrieden. Eröffnet sie doch die Möglichkeiten, das friedliche Nebeneinander der Nationen weiter zu fördern. Mögen alle ihre Bemühungen in dieser Richtung verstärken.
Hochachtungsvoll
Optha